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	<title>Reise in den Libanon - 2006</title>
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		<title>Damaskus &#8211; zwischen Terror und Kaffee</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Sep 2006 15:28:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>beirut</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nichts geht mehr. Alle Straßen um das Diplomatenviertel in Damaskus sind hoffnungslos verstopft nachdem Sicherheitskräfte die amerikanische Botschaft im Radius von ca. 500 Metern abgeriegelt haben. Mit Maschinenpistolen blockieren sie hektisch die Zufahrten. Wer als Autofahrer der ersten Anweisung nicht folgt, bekommt die zweite Anordnung mit dem Gewehr im Anschlag. Kurz zuvor hat sich ein [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=libanon.wordpress.com&amp;blog=372576&amp;post=20&amp;subd=libanon&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin:0;" class="MsoNormal"><span><font size="2" face="Arial">Nichts geht mehr. Alle Straßen um das Diplomatenviertel in Damaskus sind hoffnungslos verstopft nachdem Sicherheitskräfte die amerikanische Botschaft im Radius von ca. 500 Metern abgeriegelt haben. Mit Maschinenpistolen blockieren sie hektisch die Zufahrten. Wer als Autofahrer der ersten Anweisung nicht folgt, bekommt die zweite Anordnung mit dem Gewehr im Anschlag. Kurz zuvor hat sich ein Selbstmordkommando vor der US-Vertretung einen heftigen Schusswechsel geliefert, nachdem eine Autobombe und Granaten explodiert sind. So zumindest schildern die TV-Nachrichten die Vorgeschichte, die jetzt bei jedem Gemüsehändler und Bäcker life übertragen werden. Überall sind Sirenen von Krankenwagen zu hören. Plötzlich wird es noch lauter: Ein Konvoi bestehend aus drei weißen Opel Kombi bahnt sich mit Dauerhupen einen Weg entgegen der Fahrtrichtung durch eine verstopfte Einbahnstraße. Das es wirklich eilig ist, wird klar, als vier Männer mit Pistolen in der Hand dem Verkehr entgegen rennen und mit den Waffen fuchtelnd zu verstehen geben, dass sofort Platz zu machen ist. In den drei weißen Autos sitzen finstere Gestalten, die gar nicht erst versuchen, ihre Gewehre zu verstecken. Auch sonst lässt sich nicht zuordnen, wer hier für Ordnung sorgen will. Typen in Zivilkleidung sind ebenso bewaffnet wie Männer in dunklen Anzügen. Auch Tarnfleck schmückt die Straße. Verwirrend nur: Es gibt keine einheitlichen Uniformen. Von sandfarben bis dunkelgrün mischt alles mit, was eine Waffe abbekommen hat. Wahrscheinlich wurden auf die Schnelle einfach nur sämtliche Bereitschaftsdienste zusammengetrommelt, egal ob von Polizei, Geheimpolizei, Militär oder welcher staatlichen Einrichtung auch immer. </font></span></p>
<p style="margin:0;" class="MsoNormal"><span></span></p>
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<p style="margin:0;" class="MsoNormal"><span><font size="2"><font face="Arial">Ich lasse das nervöse Treiben rund um die Botschaften hinter mir und gehe dahin, wo es friedlicher zugeht. In der Altstadt lässt sich der Terror rasch vergessen. Hier wird klar, was Damaskus ausmacht: Unendlich viel Leben auf der Straße, buntes Durcheinander sowie unzählige Bäckereien, Falafilstände und Kaffeeduft in allen Gassen. Auch der frisch gepresste Orangensaft passt immer. Leider befinde ich mich schon auf der Zielgeraden meiner kleinen Nahostreise, so dass ich meinen Aufenthalt in Syrien nicht verlaengern kann. Einen Endspurt einlegen muss ich auch nicht, da ich auf meiner Tour mehr gesehen und erreicht habe, als ich mir vor der Abreise haette vorstellen koennen. Darum lasse ich ganz entspannt Damaskus auf mich wirken, trinke abends mit Leuten aus dem Hostel ein oder zwei kalte Biere in der Altstadt und schlendere dann am Donnerstag Abend zum Flughafen, wo mein Flieger auf mich wartet. <span>    </span></font></font></span></p>
<p><span></span></p>
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		<title>Der Ursprung der Hölle &#8211; Aita al Chaab</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Sep 2006 19:04:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>beirut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Sein mildes, fürsorgliches Lächeln ist allgegenwärtig. Die ganze Stadt liegt in Trümmern und ist nahezu unbewohnbar, aber Nasrallah scheint den Tag zu genießen. Mit seiner übergroßen, schwarz gerahmten Brille und seinem weisen Vollbart schaut er zufrieden von Plakaten, Aufklebern und Fahnen, die sich überall an Häusern, Autos und auf der Straße wieder finden. Die gelben [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=libanon.wordpress.com&amp;blog=372576&amp;post=18&amp;subd=libanon&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Sein mildes, fürsorgliches Lächeln ist allgegenwärtig. Die ganze Stadt liegt in Trümmern und ist nahezu unbewohnbar, aber Nasrallah scheint den Tag zu genießen. Mit seiner übergroßen, schwarz gerahmten Brille und seinem weisen Vollbart schaut er zufrieden von Plakaten, Aufklebern und Fahnen, die sich überall an Häusern, Autos und auf der Straße wieder finden. Die gelben Fahnen der Hisbollah trotzen dem Wind und der Zerstörung ringsherum. Ich bin in Aita al Chaab ganz im Süden des Libanons. Hier begann vor wenigen Wochen der Krieg. Hier entführten Kämpfer der Hisbollah zwei Soldaten der israelischen Armee und töteten drei weitere. Hier schlug Israel zuerst zurück. Ziel der Invasion war es nicht, sich einen Weg in den Libanon zu bahnen. Es sollte zu Beginn einer umfassend angelegten Militäraktion im Libanon jeder Zweifel ausgeräumt und keine Frage offen gelassen werden. Aita al Chaab, das ehemals 10.000 Einwohner beherbergte, ist nun still und ruhig. Eine dicke Staubschicht hat den Feigenbäumen jedes Grün geraubt. Die israelischen Grenzposten am Horizont kann man nun von fast jedem Teil der Stadt sehen. Die Häuser, die einst den Blick versperrten, gibt es nicht mehr. Vereinzelt stehen Menschen auf Trümmerhaufen. Es sind – nein, es waren &#8211; ihre Häuser. Es sind die Überreste dessen, was sie einst aufgebaut haben.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Inmitten dieser Szenerie stehe ich und schaue sprachlos um mich herum. Zwei Männer räumen unweit entfernt Schutt. Sie haben schon so viele Steinbrocken beiseite geschafft, dass ein Bett zum Vorschein kommt. Wirklich: Es ist das ehemalige Schlafzimmer des einen. In einer Schublade neben dem Bett müssen noch gestempelte Dokumente einer Behörde liegen. Die Dokumente sind ihm wichtig. Sie räumen noch einige Steine weg und halten plötzlich ungläubig guckend die Papiere in den Händen. Die Freude währt nicht lange. Zwei tote Schafe finden sich auch im Schlafzimmer wieder. Jetzt erklärt sich der penetrante süßliche Verwesungsgeruch, der die ganze Zeit die Arbeiten begleitet hat. Wie die Tiere hierher gekommen sind weiß niemand. Sichtlich unbeeindruckt schaufeln die beiden weiter und entfernen die Kadaver mit Spaten und Spitzhacke. Nebenan hält ein Junge lächelnd ein blaues Hemd in die Höhe. Es ist sein Hemd. Er hat es im ehemaligen zweiten Stock seines Hauses gefunden. Auch dieses Haus ist nun nicht viel mehr als ein einziger großer Schutthaufen. Stolz zieht er das Hemd an, es ist das Hemd der Jugendorganisation der Hisbollah.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Die zurück gekehrten Menschen fassen langsam wieder Mut und beginnen, ihre Habseligkeiten zwischen den Steinen zu suchen. Die Hisbollah hat vor dem drohenden Angriff gewarnt. Darum blieb es bei 20 Todesopfern in der Stadt. Unter ihnen neun Kämpfer von Nasrallahs Kampfgruppe. Mindestens hundert israelische Soldaten kamen allein in dieser Stadt ums Leben. Und das, obwohl Bodentruppen nur unterstützend aktiv waren. Der Großteil der Angriffswellen erfolgte aus der Ferne mittels Artillerie oder Luftwaffe. Der Unterschied ist leicht auszumachen: Sind die Etagen der Häuser zusammenklappt, haben Panzer schwere Granaten in die Gebäude gejagt und so die Stabilität erschüttert, dass das Haus in sich zusammenfiel. Dort wo die Luftwaffe Raketen hinschickte, ist kein Stein mehr größer als einen halben Meter. Dann ist nicht mehr zu erkennen, was einmal Dach, Fassade oder Decke war. Alles ist nur noch ein einziger großer, homogener Schutthaufen. Manchmal, wenn das Ziel nur ein kleines Haus war, sprengte die Rakete nicht nur das Haus in alle Himmelsrichtungen auseinander, sondern hinterließ auch noch einen mahnenden 4-10 Meter tiefen Krater in der Erde. Die Tabakfelder der Bauern sind gesät mit Granathülsen, nicht explodierten Raketen und anderen undefinierbaren Waffenteilen. An eine Bestellung der Felder ist sobald nicht zu denken. Zu groß das Risiko, Leib oder Leben zu gefährden. Patronenhülsen aller Kaliber werden von den Kindern der Stadt eifrig gesammelt und prahlend vorgezeigt. Die UNICEF hat auf den Etiketten ihrer Wasserspenden die verschiedenen Arten der Granaten und Raketen abgebildet. Als Warnung, um den Jüngsten die Gefährlichkeit zu verdeutlichen. Die Älteren sammeln keine Hülsen, sie sammeln Geschosse. Explodierte, die nun als Blumentopf ihren Zweck erfüllen oder auch Blindgänger, die nach festem Bekunden keinen Schaden mehr anrichten können. Aber es gibt auch Waffen, die niemand sammelt oder mitnimmt: Mörsergranaten, die sich beim Einschlag vollständig in den Asphalt gebohrt haben ohne zu detonieren. Oder Raketen mit einer Sprengstofflast, die keine drei erwachsenen Männer anheben könnten. Es ist schwer zu sagen, was einem am ehesten dieses flaue Gefühl beschert: Der Verwesungsgestank der toten Tiere, die unzähligen Blindgänger auf Schritt und Tritt oder einfach nur der feine Staub, der von jedem vorbei fahrenden Auto erneut aufgewirbelt wird.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;">Bei unserem Rundgang durch die frei geräumten Strassen werden wir immer wieder spontan von Einwohnern zu Tee und Kaffee, oder gar zum Abendbrot eingeladen. Einige von ihnen haben den Krieg hautnah erlebt und sind nicht vor den anrückenden Truppen geflüchtet. Sie zeigen uns Medikamentenüberreste und leere Thunfischbüchsen der Israelis, die diese im Haus zurück gelassen haben. Das ist für sie allemal spektakulärer als die klaffenden Löcher in Wänden und Decken. Denn diesen materiellen Schaden bezahlt die Hisbollah. Blutverschmierte Verbandmaterialien der Invasoren gelten jedoch als Triumph. Dafür danken sie Gott beim Gebet. Ein alter Mann erklärt uns, wie wichtig ihm das „tägliche Gespräch mit Gott“ ist. Er hat´s im Knie und kann deswegen nicht mehr in gewohnter Haltung sein Gebet sprechen. Dass er nun auf einem Stuhl sitzt, nimmt ihm jedoch in keiner Weise den Stolz, den er dabei empfindet, als er uns an seiner Zeremonie teilhaben lässt. Ist es doch dieses Gottvertrauen, dass ihn und seine Familie den Krieg hat überstehen lassen. Man kann den Eindruck gewinnen, als schaue er trotz seines Alters zuversichtlich in die Zukunft und dem nächsten Krieg entgegen. Angst hat er keine. Ob seine Frau und seine Töchter das ebenso sehen, finden wir leider nicht heraus. Sie kümmern sich in der Küche um das Abendessen, dass wenige Momente später liebevoll zubereitet herein getragen wird. Während des Essens verstummen die Gespräche über Gut und Böse, Recht und Unrecht kurzzeitig. Alle sind hungrig. Jeder genießt den Reis, das Fleisch, das Gemüse. Es wird still im Raum. Kauend schauen wir uns zufrieden an. Nur einer kaut nicht und wirkt trotzdem in sich ruhend ausgeglichen: Freundlich lächelnd und zuversichtlich blickt Nasrallah in die Ferne. Sein großes Bild hängt direkt über der Couch. Direkt neben der gelb-grünen Flagge der Hisbollah.<span> </span></p>
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		<title>Es geht voran&#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Sep 2006 19:23:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>beirut</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nun kann ich tief durchatmen: Der ganze finanzielle und planerische Aufwand meiner Reise war nicht umsonst. Über unzählige Umwege und natürlich auch Zufälle habe ich sehr gute Kontakte geknüpft und eine Menge interessanter Menschen kennen gelernt. Ein UN-Mitarbeiter, der das ABC des Nahen Ostens virtous rauf und runter beten kann, plant in sehr naher Zukunft [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=libanon.wordpress.com&amp;blog=372576&amp;post=17&amp;subd=libanon&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun kann ich tief durchatmen: Der ganze finanzielle und planerische Aufwand meiner Reise war nicht umsonst. Über unzählige Umwege und natürlich auch Zufälle habe ich sehr gute Kontakte geknüpft und eine Menge interessanter Menschen kennen gelernt. Ein UN-Mitarbeiter, der das ABC des Nahen Ostens virtous rauf und runter beten kann, plant in sehr naher Zukunft Projekte im Süden, bei denen er mich gern einbinden würde. Ein wohlhabender Unternehmer aus der Metallbranche sicherte mir einen Job beim Wiederaufbau zu, sobald ich ihm meinem Lebenslauf zukommen lasse. Im Hostel habe ich Kontakt zu drei Libanesen geknüpft, die morgen in den Süden fahren wollen, um dort einen Film in der Gegend zu drehen, wo der Krieg mit der Entführung der zwei israelischen Soldaten begonnen hatte. Der eine von den dreien arbeitet, so wollte es wohl der Zufall, bereits für eine recht bekannte Hilfsorganisation. Ich werde die Gelegenheit nutzen und mitfahren. Mit dem Bus geht´s bis Tyre. Ab dort holt uns jemand mit dem Auto ab. An neuen Eindrücken und vor allem Fotos wird es dann wohl keinen Mangel geben. Ich bin, obwohl ich schon sehr viel gesehen habe, über alle Maßen gespannt, welches Bild sich dort bietet.</p>
<p>Heute fuhr ich mit dem Bus nach Byblos, 35 km nördlich von Beirut gelegen. Bekannt ist dieser Ort für die Überreste einer freigelegten Siedlung, die teilweise bis zu 5000 Jahre alt ist. Aber es gibt dort auch einen malerischen alten Fischerhafen. Der Ort befindet sich nur unweit der Ölraffinerie, die vor einigen Wochen von den Israelis zerbombt wurde. Die Folgen der Ölpest gingen durch die Weltpresse. Schockierend war es aber zu sehen, wie ölverklebt der Hafen noch ist. Unmittelbar nach dem Bombardement lag der Ölteppich flächendeckend 35 cm dick im Hafen und dem Meer. Heute reinigen Männer in weißen Schutzanzügen und Hochdruckreiniger die Steine vom schwarzen Öl. Obwohl es ein herrlicher Tag mit Sonnenschein und 32 Grad im Schatten war, hatten weder Restaurants noch Souvenirshops Kundschaft. Ich meine nicht, dass es weniger Touristen gab als sonst. Es gab gar keine Touristen. Die Eigentümer der Geschäfte und Gastronomie, die sonst tausende Besucher aus aller Welt am Tag versorgen, dösen nun im Schatten, trinken Raki pur und warten vergebens auf zahlende Reisende. Besonders melancholisch wirkt es, wenn niemand seinen Laden einfach für ein paar Tage schließt und Urlaub macht. Stattdessen mutet es unwirklich an: Das Orchester hat die Instrumente gestimmt, der Dirigent betritt die Bühne, aber die Ränge sind komplett leer. Ein Kellner erzählt mir, dass selbst Zahlungen mit der Visa-Card nicht mehr möglich sind, da die Amerikaner die Datenleitung für die Zahlungsvorgänge bereitstellen und nun kurzerhand den Betrieb eingestellt haben. Was bleibt ist das Zischen der Hochdruckreiniger im Hafen, die mühsam versuchen, das schmierige Öl von der Postkartenidylle zu lösen.</p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/libanon.wordpress.com/17/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/libanon.wordpress.com/17/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/libanon.wordpress.com/17/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/libanon.wordpress.com/17/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/libanon.wordpress.com/17/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/libanon.wordpress.com/17/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/libanon.wordpress.com/17/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/libanon.wordpress.com/17/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/libanon.wordpress.com/17/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/libanon.wordpress.com/17/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/libanon.wordpress.com/17/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/libanon.wordpress.com/17/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/libanon.wordpress.com/17/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/libanon.wordpress.com/17/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/libanon.wordpress.com/17/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/libanon.wordpress.com/17/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=libanon.wordpress.com&amp;blog=372576&amp;post=17&amp;subd=libanon&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>„Machen sie doch was für die Hisbollah!“</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Sep 2006 20:20:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>beirut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[So prachtvoll und edel kann Beirut sein: Richtung Berge schlängelt sich die Straße aus den verstaubten Betonschluchten Beiruts heraus. Die Straße wird steiler und kurviger, die Häuser werden flacher. Bald lösen Creme-Farben und schicke Vorgärten das Grau in allen Schattierungen und baumlose Straßen ab. Endlich wieder tief durchatmen, ohne die in Beirut sonst allgegenwärtige Benzin-Staub-Hitze-Mischung [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=libanon.wordpress.com&amp;blog=372576&amp;post=16&amp;subd=libanon&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><font size="1"></p>
<p style="margin:0;" class="MsoNormal"><span><font size="2"><font face="Arial">So prachtvoll und edel kann Beirut sein: Richtung Berge schlängelt sich die Straße aus den verstaubten Betonschluchten Beiruts heraus. Die Straße wird steiler und kurviger, die Häuser werden flacher. Bald lösen Creme-Farben und schicke Vorgärten das Grau in allen Schattierungen und baumlose Straßen ab. Endlich wieder tief durchatmen, ohne die in Beirut sonst allgegenwärtige Benzin-Staub-Hitze-Mischung zu inhalieren. Hier riecht es tatsächlich nach Meer, obwohl der Hafen so weit weg ist, wie sonst nirgends in Beirut. Grillen zirpen im Schatten, während die Bäume in der Mittagssonne mit sattem Grün protzen. Die fast endlose Serpentinenfahrt führt an immer nobleren Häusern vorbei. Und je beneidenswerter die Häuser werden, desto höher recken sich die Zäune davor in die Höhe. Fußgänger sieht man hier keine mehr: Entweder sitzen diese in ihren Anwesen hinter getöntem Glas oder in ihren teuren westeuropäischen Autos, ebenfalls hinter getöntem Glas. Beirut liegt nun unten im Tal. Einen schönen Blick auf die ganze Stadt hat man von hier. Und da, wo es kaum noch höher geht, taucht sie plötzlich auf: Die deutsche Botschaft. Weit weg vom ganzen Trubel der Stadt, ohne Lärm, Abgase und Getümmel. Hier lässt sich entspannt Deutschland repräsentieren, ganz ohne Stress. Ich bin hierher gekommen um heraus zu finden, wo man meine Hilfe im Land benötigt, welche Organisationen tätig sind und welche Ansprechpartner es dort gibt. Ich warte in der Sicherheitsschleuse neben der Schranke. Drei libanesische Soldaten spielen gelangweilt an ihren Gewehren. Ab und zu piept der Metalldetektor unmotiviert. Einer der Soldaten legt sein Spielzeug weg und greift für mich zum Telefonhörer. Gleich kommt jemand von der Botschaft und kümmert sich um mich. Prima! Deswegen bin ich hier. Eine freundliche Mine in weißem Hemd und dunkler Stoffhose kommt schnurstracks auf mich zu. Er reicht mir die Hand, lächelt und erkundigt sich nach meinem Anliegen. In fünf Sätzen &#8211; der gute Mann hat offensichtlich wenig Zeit &#8211; erkläre ich ihm meinen Plan. „Hmmm, nicht so einfach.“, meint er und sagt, dass gerade zwei Mitarbeiter außer Haus seien und er nicht so richtig weiß, wie er mir helfen kann. Vielleicht einen anderen Kollegen holen oder mich auf einen Kaffee herein bitten? Ach was, ich bekomme einen Zettel mit der Adresse des Orient-Instituts und den Hinweis, dass dort bestimmt jemand einen Rat für mich hat. Er eilt davon, steigt in ein Auto und braust davon. Ich stecke den Zettel ein, gucke unzufrieden und steige in „mein“ Taxi, das zwischenzeitlich auf mich gewartet hat. Zerknirscht lasse ich mich ins Tal fahren und entlohne meinen Fahrer mit 30 Dollar. Teurer Ausflug – denke ich mir. Aber von nichts kommt bekanntlich nichts.</font></font></span></p>
<p style="margin:0;" class="MsoNormal"><span><font size="2"><font face="Arial"><span>  </span><span>    </span><span>     </span><span>   </span></font></font></span></p>
<p style="margin:0;" class="MsoNormal"><span><font size="2" face="Arial">Heute Morgen ordne ich meine Kontaktliste mit Anlaufstellen und mache mich auf den Weg. Natürlich zu Fuß. Das Taxi ist zwar bezahlbar, die Chance, an einem falschen Ort rausgeworfen zu werden aber allgegenwärtig. Irgendwo in Downtown ist das Orient-Institut, zu dem mich der freundliche Mann von der Botschaft geschickt hat. Dort wird mir bestimmt geholfen. Eine gute Stunde kreise ich in dem Viertel. Jeder gut gemeinte Ratschlag, meinem Ziel näher zu kommen, führt mich in eine andere Richtung. Nach dem Ausschlussverfahren gehe ich dort hin, wo ich noch nicht war und komme dem Institut näher. Plötzlich stehe ich vor einem hohen Eisentor. Über die Videoanlage erbitte ich Einlass – schließlich schickt mich die deutsche Botschaft höchst persönlich. Elektrisch schiebt sich das Tor auf und ich laufe fast Gefahr, mich auf dem großen Anwesen zu verlaufen. Die Chefin ist die einzige im ganzen Haus, ihre Mitarbeiter dürfen vor dem Ende der israelischen See- und Luftraumsperre nicht zurück. Mein Engagement findet sie toll. Leider gehört außer wissenschaftlicher Arbeit und zahlreichen Konferenzen nicht viel mehr zum Aufgabengebiet des Instituts. Hilfslieferungen? Wiederaufbau? Fehlanzeige. Nach kurzem Smalltalk verabschiede ich mich freundlich und denke wohlwollend an die deutsche Botschaft zurück. Lohnt sich jetzt ein Gang quer durch die Stadt zum Goethe-Institut?</font></span></p>
<p style="margin:0;" class="MsoNormal"><span></span></p>
<p style="margin:0;" class="MsoNormal"><span></span></p>
<p style="margin:0;" class="MsoNormal"><span><font size="2" face="Arial">Die Mittagshitze hat ihren Höhepunkt erreicht &#8211; meine Motivation ihren Tiefpunkt. Immerhin gibt es dort Deutschkurse und eine Bibliothek. Ob man mir dort helfen kann? Nach langem Marsch und erneutem Kreisen erreiche ich mein Ziel. „Von 13 bis 15 Uhr Mittagspause“, lässt mich das Schild am Tor wissen. Es ist kurz vor zwei. Ich setze mich in den Schatten und entspanne etwas bei Trubel, Gehupe und Abgaswolken. Kurz nach drei bin ich mir sicher, dass es Goethe hier auch gefallen hätte: Kühl, sauber und ruhig präsentiert sich das Institut. An einer halboffenen Tür klopfe ich an. Freundlich werde ich hereingebeten. Diesmal ist die Lage entspannter als in der Botschaft und so nehme ich mir 10-15 Sätze Zeit um zu sagen, was ich will. Bevor ich weiß, wie mir geschieht, grübeln drei Goethe-Kollegen gemeinsam, welche Hilfsorganisationen ihnen einfallen. Während zwei von ihnen immer wieder mal deutsche mal arabische Namen laut denken, greift der dritte zum Telefonhörer und wählt sich durch sein Verzeichnis. „Machen sie doch was für die Hisbollah!“, meint die eine Kollegin zuversichtlich und ich erkenne nicht den geringsten Anflug von Ironie in ihrem Vorschlag. Ich bekomme gute Telefonnummern, die Adresse der Hariri-Foundation und einen Termin: Morgen früh um acht holt mich die Leiterin einer Hilfsorganisation persönlich am Institut ab. Sie ist nicht nur beim Bürgerkrieg an vorderster Hilfsfront gewesen, sondern auch die Ehefrau eines ehemaligen libanesischen Ministers. Beschwingt trete ich meinen langen Heimweg an, gönne mir zwei frisch gepresste Orangensaft und pfeife ein Lied auf die deutsche Botschaft, die sich weit da oben auf dem Berg zu verstecken scheint.</font></span></p>
<p><span></span><span><span></span></span></p>
<p></font></p>
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		<title>&#8222;Willkomen zu Beirut, my friend!&#8220;</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Sep 2006 07:04:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>beirut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;hoere ich immer wieder, als ich die ersten Stunden in Beirut bin. Irgendwie scheinen alle zu ahnen, dass ich gerade erst angekommen bin. Aber die Ereignisse der Reihe nach: Eine Schonzeit konnte ich in Damaskus nicht erwarten. Nach einem sehr beschaulichen Sonntag in Budapest, der sich ähnlich wie die Donau gemütlich dahinschlängelte ohne auch nur [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=libanon.wordpress.com&amp;blog=372576&amp;post=15&amp;subd=libanon&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal"><span><font face="Arial">&#8230;hoere ich immer wieder, als ich die ersten Stunden in Beirut bin. Irgendwie scheinen alle zu ahnen, dass ich gerade erst angekommen bin. Aber die Ereignisse der Reihe nach:</font></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><font face="Arial">Eine Schonzeit konnte ich in Damaskus nicht erwarten. Nach einem sehr beschaulichen Sonntag in Budapest, der sich ähnlich wie die Donau gemütlich dahinschlängelte ohne auch nur einen Grund zur Aufregung zu liefern, flog ich nachts Richtung Damaskus weiter. Das Taxi warf mich am offiziellen Busterminal raus und mit dem Öffnen der Beifahrertür stürzte das Damaszener Kuddelmuddel über mich hinein. Ein Duzend konkurrierender Fahrer überschlug sich gleichzeitig, mein Fahrziel zu erfragen. Als herauskam, dass ich nach Beirut muss, setzte ein aggressives Werben ein. Es war wohl wie auf dem Schulhof früher: Geht´s heiß her, gewinnt der starke Dicke, der allein wegen seiner Luft verdrängenden Statur die Oberhand behält und den Gewinn einfährt. Auch ich konnte mich ihm und seiner verbindlichen Art nicht entziehen und so war das Spiel zu seinen Gunsten entschieden. Die anderen Fahrer fauchten und keiften zwar noch einige Male arabische Flüche aus sicherer Entfernung. Den Pokal streitig machen wollte ihm aber offensichtlich keiner ernsthaft. So gesehen ist es einfacher, kurz nach dem Krieg von Damaskus nach Beirut zu kommen, als am Flughafen Tegel einen Fahrschein zum Bahnhof Zoo zu erwerben. Viel teurer aber auch nicht – denn die Fahrt im Achtzylinder-Dodge kostet gerade mal 15 Euro. Aber den Wagen teilt man sich auch mit Fünf Gleichgesinnten, die zuvor ähnlich chaotisch zu ihrem Taxi-Ticket gekommen waren. Schnaufend drängt sich der Dicke hinters Steuer, blubbernd setzt sich der schwere Dodge in Bewegung. Durch das nächtliche Damaskus geht es stadtauswärts in die Dunkelheit dem Gebirge entgegen. Es wird kühler. Der Kofferraumdeckel steht offen. Allein ein Gummiseil sorgt dafür, dass das Gepäck kein Eigenleben entwickelt. Dafür ziehen die Verdauungsgase des alten, schweren Amis durch den Kofferraum und die Rückenlehne ins Wageninnere. Also gut: Fenster auf und lieber frieren als Abgase einatmen. Die anderen Fahrgäste stimmen mir zu. </font></span></p>
<p><span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><font face="Arial">Als die Morgendämmerung langsam einsetzt, erreichen wir den ersten von insgesamt vier bis sechs Stopps innerhalb der Grenzanlage zum Libanon. Der Kontrollstreifen zieht sich über fast 10 km hin es wird nie ganz klar, wer einen gerade befragt, Papiere sehen will, zum Halten auffordert oder einfach nur mit dem geschulterten Gewehr durchwinkt. Ein schwarzer, uralter Mercedes steht am Rand des Bergpasses und am Kotflügel lehnen Gestalten mit verschränkten Armen. Man bemerke: Es ist Montag früh um kurz vor sechs im Niemandsland zwischen Syrien und Libanon. Die Aufschrift „Geheimdienst“ auf dem Wagen hätte wohl zur gleichen Erkenntnis geführt wie diese Aufführung. Wir passieren das letzte Grenztor, befinden und plötzlich auf libanesischem Boden und der Gedanke an die dunklen Gestalten wird jäh unterbrochen: Rechts am Straßenrand liegt, wie ein zusammengekauertes, erfrorenes großes Tier ein LKW auf der Seite. In sich verdreht, verbogen und skelettiert ist dort zum Erliegen gekommen, was wohl auch zum Opfer fiel, als der riesige Krater direkt daneben entstanden ist. Den Bombentrichter im Asphalt hat man auf die Schnelle mit Geröll und Kies gefüllt, der ausgebrannte LKW riecht noch immer nach verbranntem Gummi. Die Fahrt geht weiter. Immer wieder überfahren wir 20 Meter Schotter auf der sonst einwandfrei asphaltieren Straße. Da es links und rechts entweder steil bergauf oder tief hinab geht, reichte in der Tat eine israelische Rakete, um diesen Pass unbrauchbar zu machen. Auch kleine und große Brücken fielen dieser Logik zum Opfer. Aber wir kommen Beirut näher.</font></span></p>
<p><span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><font face="Arial">Von oben schweift der Blick über die riesige unten am Meer liegende Metropole. Langsam krauchen wir im morgendlichen Stau die endlosen Serpentinen hinunter. Nur wenige Autos haben hier einen Katalysator, die LKWs stoßen brüllend Dieselfahnen aus, die so rußig und schwer sind, dass sie sofort zu Boden sinken. Beirut ist laut und stinkt. Zumindest im Berufsverkehr in den Betonschluchten gibt es daran keinen Zweifel. Wir rollen in den Bus-Terminal ein, der Dodge bremst ein letztes Mal, spuckt uns aus und ich stehe völlig übernächtigt in 33 Grad heißen Abgasschwaden. Jetzt noch das Hostel finden, das sich in Gehweite befindet und alles wird gut. Ich finde das Hostel, lasse einen Schwung Luft ins muffige Zimmer, falle ins Bett und schlafe ein. Wirklich – jetzt ist alles gut. Nach drei Stunden weckt mich der rostige, laute Kühlschrank. Ich suche &#8211; noch etwas schlaftrunken &#8211; den Stecker, um dieses röchelnde Etwas abzuschalten. </font></span></p>
<p><span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><font face="Arial">Den Nachmittag verbringe ich mit einem libanesischen Freund, der mich in seinem Auto mitnimmt. Zusammen fahren wir in südliche gelegene Bezirke Beiruts. Nach 10 Minuten Fahrt klotzen uns die hohlen Fenster der Ruinen an. Ganze Viertel sind nicht viel mehr, als riesige Schutthaufen oder eben unwirklich erscheinende Überreste von Fassaden. Gespenstisch gucken fingerdicke Stahlstreben aus den zusammengefallenen Betonteilen der ehemaligen Wohnhäuser. Hier und da graben Bagger inmitten dieser Betonbrockenwüste, während drum herum das Leben pulsiert. Hier wurden keine Wohnhäuser beschossen, hier haben Raketen ganze Häuserketten krümelig gesprengt. Alles, was noch annähernd an Häuser erinnert, ist wohl nichts weiter als ein Kollateralschaden. Autos oder deren Überreste liegen willkürlich verstreut in der Gegend umher. Was für mich das bizarre Schauspiel in einem die Hisbollah sympathisierenden Beiruter Bezirk ist, ist für die Einwohner die Zerstörung ihrer Heimat. </font></span></p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/libanon.wordpress.com/15/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/libanon.wordpress.com/15/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/libanon.wordpress.com/15/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/libanon.wordpress.com/15/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/libanon.wordpress.com/15/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/libanon.wordpress.com/15/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/libanon.wordpress.com/15/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/libanon.wordpress.com/15/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/libanon.wordpress.com/15/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/libanon.wordpress.com/15/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/libanon.wordpress.com/15/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/libanon.wordpress.com/15/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/libanon.wordpress.com/15/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/libanon.wordpress.com/15/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/libanon.wordpress.com/15/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/libanon.wordpress.com/15/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=libanon.wordpress.com&amp;blog=372576&amp;post=15&amp;subd=libanon&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Kleine Planänderung</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Sep 2006 12:49:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>beirut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Israel hat noch immer weiche Knie und zögert weiterhin, den Luftraum und den Seeweg für den zivilen Verkehr nach Libanon freizugeben. Kuzerhand  - also bei Nacht und Nebel – hat die ungarische MALEV wegen dieser bestehenden Luftblockade meinen geplanten Flug ab Budapest gestrichen und eine Umleitung nach Damaskus angeboten. Da ich nichts lieber mag als [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=libanon.wordpress.com&amp;blog=372576&amp;post=14&amp;subd=libanon&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal">Israel hat noch immer weiche Knie und zögert weiterhin, den Luftraum und den Seeweg für den zivilen Verkehr nach Libanon freizugeben. Kuzerhand<span>  </span>- also bei Nacht und Nebel – hat die ungarische MALEV wegen dieser bestehenden Luftblockade meinen geplanten Flug ab Budapest gestrichen und eine Umleitung nach Damaskus angeboten. Da ich nichts lieber mag als syrische Grenzkontrollen, Damaszener Taxifahrer und die Fahrt über das verschneite Gebirge nach Libanon, habe ich das Angebot angenommen und umgebucht. Ich lande also Montag früh um halb Vier südlich von Damaskus und werde mich dann auf eigene Faust auf den Weg nach Beirut machen. <span> </span></p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/libanon.wordpress.com/14/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/libanon.wordpress.com/14/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/libanon.wordpress.com/14/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/libanon.wordpress.com/14/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/libanon.wordpress.com/14/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/libanon.wordpress.com/14/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/libanon.wordpress.com/14/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/libanon.wordpress.com/14/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/libanon.wordpress.com/14/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/libanon.wordpress.com/14/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/libanon.wordpress.com/14/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/libanon.wordpress.com/14/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/libanon.wordpress.com/14/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/libanon.wordpress.com/14/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/libanon.wordpress.com/14/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/libanon.wordpress.com/14/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=libanon.wordpress.com&amp;blog=372576&amp;post=14&amp;subd=libanon&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Los geht´s!</title>
		<link>http://libanon.wordpress.com/2006/08/29/los-geht%c2%b4s/</link>
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		<pubDate>Tue, 29 Aug 2006 12:47:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>beirut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Der internationale Flughafen im Süden Beiruts ist schon seit dem 17.8.2006 wieder geöffnet. Zumindest teilweise wurde der Betrieb auf dem immer noch zerstörten Airport wieder aufgenommen. Dass nun wieder regulärer Flugbetrieb stattfindet, ist jedoch ein Trugschluss. Nur wenige Airlines haben bisher die Verbindung in die Libanesische Hauptstadt wieder im Programm. Zu zerbrechlich ist die Waffenruhe, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=libanon.wordpress.com&amp;blog=372576&amp;post=7&amp;subd=libanon&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der internationale Flughafen im Süden Beiruts ist schon seit dem  17.8.2006 wieder geöffnet. Zumindest teilweise wurde der Betrieb auf dem immer noch zerstörten Airport wieder aufgenommen. Dass nun wieder regulärer Flugbetrieb stattfindet, ist jedoch ein Trugschluss. Nur wenige Airlines haben bisher die Verbindung in die Libanesische Hauptstadt wieder im Programm. Zu zerbrechlich ist die Waffenruhe, zu unsicher die Umsetzung der UN-Resolution und die damit verbundenen Stationierung der UNIFIL-Truppen. Aber die ungarische MALEV traut sich. In der Nacht zum 4.9. werde ich in Beirut landen. Damit bin ich  wohl noch vor den ersten UNO-Soldaten da. Ich muss aber auch nicht um Truppenstärke und Einsatzgebiet feilschen, was im Endeffekt deutlich die Zeit der Reisevorbereitung verkürzt.</p>
<p>Zumindest bleibt mir mit dem direkten Flug nach Beirut das Wagnis einer Gebirgstour erspart, die mir bei der Einreise über Damaskus das Vorhaben nicht gerade erleichtert hätte. Denn diese Route ist nach wie vor von Bombenkratern gespickt und die Spritpreise sorgen auf Grund der Lieferengpässe für Transferkosten, die exorbitant über dem Normalniveau liegen.</p>
<p>Die MALEV hat sogar meine Vorliebe für Budapest berücksichtigt und schenkt mir 12 Stunden Aufenthalt. Da bleibt allemal Zeit für Stadtbesichtigung und ein kaltes Bier. Entsprechendes Beweisfoto folgt selbstverständlich später.</p>
<p><a href="http://libanon.files.wordpress.com/2006/08/beirut.JPG" class="imagelink" title="beirut.JPG"><img src="http://libanon.files.wordpress.com/2006/08/beirut.thumbnail.JPG?w=450" alt="beirut.JPG" /></a></p>
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		<title>Warum macht der das?</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Aug 2006 22:09:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>beirut</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Libanon – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2006. Dies sind die Abenteuer von Robert, der mit einem Rucksack, vielen Ideen und genauso viel Neugier unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen… Nun ja, die theatralische Anlehnung an eine bekannte TV-Serie ist vielleicht etwas zu weit hergeholt. Apropos „weit“: [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=libanon.wordpress.com&amp;blog=372576&amp;post=6&amp;subd=libanon&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal">Der Libanon – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2006. Dies sind die Abenteuer von Robert, der mit einem Rucksack, vielen Ideen und genauso viel Neugier unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen… Nun ja, die theatralische Anlehnung an eine bekannte TV-Serie ist vielleicht etwas zu weit hergeholt. Apropos „weit“: Weit weg ist das ja schon – der Libanon. Wo liegt das doch gleich noch mal? Krieg herrscht dort. Nein, Krieg herrschte. Wiedermal herrschte Krieg. Aber hat es uns tangiert? Wenn uns Dinge nur berühren wenn sie uns geografisch nah sind, dann lag der Libanon bis vor kurzem jeden Abend exakt um 20 Uhr zwischen Annaberg-Buchholz und der ersten Tanke auf der tschechischen Seite: Deutsche auf der Flucht vor Bomben! Raus, einfach nur raus! Nein, nicht 1944 sondern kurz nach der FIFA-WM 2006. Schwarz-Rot-Gold wurde wieder geschwenkt. Diesmal aber nicht wegen einem Tor, sondern wegen einem Treffer. Die Fahnen vor der deutschen Vertretung in Beirut riefen: Wer Deutscher ist, steigt sofort in diesen Bus ein verlässt das Land. Aber der Bus inmitten der hitzigen Menschenmenge ist nicht der Mannschaftsbus der deutschen Elf, sondern vielleicht die letzte Möglichkeit dem Chaos zu entkommen. Also, schnell weg, sonst könne man für nichts mehr garantieren. Für gar nichts mehr. Schon wieder kracht es in der Nähe. Die Einschläge kommen näher. Hier pfeift kein Schiri, hier pfeifen die Katjuschas.</p>
<p class="MsoNormal">Die Kanzlerin ordnet ihr Haar und ist besorgt aber gleichzeitig kühl in Anbetracht der historischen Treue. Und ihr Stellvertreter? Er ist ebenfalls besorgt aber gleichzeitig emotional ergriffen in Anbetracht des menschlichen Leides. Ein deutscher Spagat auf höchster Ebene. Was einem so nahe geht, kann nicht weit weg sein. Wirklich? Pünktlich um 20.16 Uhr – das Volk zappt auf andere TV-Kanäle &#8211; ist der Libanon plötzlich nur noch ein Teil der Landmasse irgendwo im Dunst des Nebels am Horizont weit hinter Konstantinopel. Irgendwo dahinten muss es doch liegen. Da war doch was. Richtig. „Aber die brauchen doch diesen ewigen Konflikt. Die können gar nicht anders!“, schallt es aus den Hälsen, deren Köpfe – nur eine Etage höher – kaum treffsicher zuordnen können, ob nun Amman schon zur Achse des Bösen gehört oder ob Saddam Hussein nicht heimlich chemische Waffen an die Hisbollah nach Syrien geliefert hat. Oder war das Syrien, dessen Apparat heimlich konventionelle Waffen an die Hisbollah im Libanon schmuggelte? Zum Glück ist dieses ganze Wirrwarr ganz weit weg. Schade, zu früh gefreut: Deutsche Soldaten gehen eher binnen Tagen als binnen Wochen in den Nahen Osten, meint der Verteidigungschef und fügt sicherheitshalber hinzu: Es ist ein Kampfeinsatz. Hoppla.</p>
<p class="MsoNormal">Mit einem Rucksack, vielen Ideen und genauso viel Neugier reise ich nun in wenigen Tagen dorthin, wo es weh tut. „Warum macht der das?“, höre ich einige fragen. Ganz einfach: Ich will die exakte Entfernung ausmessen und Welten betreten, die ich nie zuvor betreten habe. Nicht zuletzt werde ich meine Kontakte ausbauen und versuchen mich bei einer der vielen NGO´s oder Hilfsorganisationen zu  engagieren. Denn bei der Wahl, ob ich mich nach dem Studium auf meinem Weg zur Arbeit lieber drei Mal in der Woche im Verkehrsstau oder auf einem fremden Flughafen wiederfinden will, fällt mir die Antwort alles andere als schwer. Auch die Betriebskantine, die obligatorische Grünpflanze im Büro und das  launische &#8222;Moin&#8220; auf dem Firmenflur tausche ich nur zu gern gegen  Pita + Falafil auf dem Basar, Duft von Kerosin + Gewürzen und ein herzliches &#8222;Salam alaikum&#8220;.</p>
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